Kiwi-Leben

Wir sind neuerdings die Haussitter von Devonport :)

Ich habe ja schonmal erzählt, dass die Neuseeländer ihre Villen nicht gerne alleine lassen. Und reisen mit Tier ist ja eher schwierig. Da wird also lieber jemand eingestellt, der dann ins Haus kommt um nach den Tieren zu schauen und das Haus bewohnt, damit es nicht leer steht. Neuerdings machen wir die Erfahrung, dass auch die Kinder (wenn auch schon alt genug) nicht gerne alleine gelassen werden :D

Meine liebe Freundin, die ganz gut vernetzt ist in Devonport, empfielt uns gerade an alle ihre Freunde weiter. Und so werden wir wahrscheinlich in naher Zukunft auf ein paar weitere Häuser samt Tier und Kind aufpassen. Auch wenn es in meinen Augen merkwürdig erscheint jugendliche Kinder nicht damit zu beauftragen nach den Tieren zu schauen und die somit allein gelassen werden, sondern fremde Menschen ins Haus holt, die man auch noch bezahlt, sodass nach dem Rechten geschaut wird. Wir lernen so auf jeden Fall liebe Menschen kennen und tauchen ab und an mal wieder ein Stückchen in Kiwileben ein und verdienen sogar noch Geld dabei.

Wobei ich immernoch das Gefühl habe so ganz die normalen Kiwi-Leben lernen wir hier auch eher selten kennen :) Wenn ich z.B. an das Leben meiner Chefin denke muss ich meist eher schmunzeln und weiß, dass das keinem „Standard-Kiwi-Leben“ entspricht. Allein, dass sie sich jemanden wie mich leistet, der ihr in jeglicher Weise Arbeit abnimmt, ist schon außergewöhnlich. Manchmal wünschte ich, dass ich selber eine Milo zur Verfügung hätte, die sich um alles kümmert, was bei uns so liegen bleibt, wenn wir so viel arbeiten :D Letztens habe ich wiedermal eine Geburtstagsparty geplant. Diesmal für einen 17ten Geburtstag. Es waren 140 Leute da, um das ganze in Schach zu halten waren 3 Sicherheitsleute/Türsteher eingestellt . Außerdem war ich mit noch drei weiteren in meinem Alter die ganze Nacht auf der Party unterwegs um zu schauen, dass nichts eskaliert. Die Eltern waren in der Party-Zone verboten, haben uns jedoch immer Befehle zugesimst, sobald sie von der oberen Etage sowas wie Bierbongs und so weiter erhascht haben :D

Trotz unserer Alkohol- und Drogenkontrollen haben sich die Kids ganz schön hart abgeschossen. Aber zum Glück alles „im Rahmen“. Es war wohl die erste Party ohne Eskalation in den Kreisen, was ziemlich wichtig war nicht nur des Eskalationswillens wegen sondern auch, sodass die Familie nicht in die Schlagzeilen gerät. Innerhalb von einem Jahr sind wohl 4 Kids auf der gleichen Schule auf die der Sohn geht wegen Alkohol- und Drogenkonsum umgekommen. Sowas darf natürlich nicht passieren.

Es ist alles gut gegangen. Die Kids hatten Spaß und haben sich in jeglicher Hinsicht ausgetobt. Ich muss aber sagen, dass so eine Party schon ein wenig verwunderlich ist. Ein 17ter Geburtstag, der mehr gekostet hat, als meine zwei Hochzeitsfeiern zusammen :D Naja… Warum eigentlich nicht?

Aber Kiwi-Leben hin oder her – normal oder nicht normal… . Was ist schon normal??

Ich bin froh, dass ich immer mehr Kiwis kennenlerne, und bin absolut dankbar für unser kleines „kiwi-Leben“ hier :) Alle Menschen um mich rum inspirieren mich und ich bin dankbar für die ganzen Einblicke – sei es in die ganzen Startups, die ich am Rande wachsen sehe und hier und da mal mit anpacken darf, das Caféleben als Barista oder das Leben der Superreichen… Es ist und bleibt immer spannend.

Habt eine gute Woche!

Die berühmten Aus diesem kristallklaren Wasser ... ... werden 70% aller Trinkflaschen Neuseelands abgefüllt.

 

 

 

 

One comment

  1. Avatar
    Daniel Roy says:

    Ich bin ja angelsächsisch geprägt, muss aber anhand deiner interessanten Bereiche immer mehr feststellen, dass die Neuseeländer so gar nicht mein Fall sind. Die freundlichen und zugleich mit beiden fest auf dem Boden stehenden Australier sind mir da deutlich lieber.

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