Warum eigentlich Neuseeland?

Die Frage konnte ich mir selber nicht so richtig beantworten, als wir auf dem Weg nach Neuseeland waren um dort die nächsten Jahre (oder zumindest das nächste Jahr) zu verbringen. Die Idee wurde mir von meiner besten Freundin im Alter von ca 12 Jahren ins Ohr gepflanzt und ist mir nie wieder aus dem Kopf gegangen. Nach Neuseeland auswandern – warum eigentlich nicht? Wenn sich eine Idee über ein paar Jahre im Kopf verfestigt, entstehen ja auch gleichzeitig immer Bilder und Vorstellungen, wie es denn sein wird (sein soll). Ich habe viel gelesen und alles was ich gelesen hab klang in meinen Ohren wie Musik. Die Bilder so wunderschön, die Mentalität anscheinend so überaus fröhlich und entspannt, Job Chancen für gut ausgebildete Menschen, beste Lebensqualität, besseres Wetter, viel Platz und natürlich die vielen Schafen nicht zu vergessen ;)… halt alle Dinge, die man so über Neuseeland hört – einfach rundum ein sympathisches Land oder auch DER HAPPY PLACE TO BE. Das neue Amerika, Land der Möglichkeiten.

Viele Menschen würden wahrscheinlich erstmal einen Urlaub machen um das Land zu erkunden in welches sie auswandern wollen. Wir haben uns gedacht, da wir eh auf ungewisse Zeit dorthin wollen um einfach ein Jahr, oder gleich mehrere, Auslandserfahrungen zu sammeln, sparen wir das Geld lieber und fahren mit dem Motto los: „So lange es schön ist und uns das Leben dort weiterbringt, bleiben wir!“
Jetzt wo wir schon eine Weile hier leben kann ich erleichtert aufatmen :) Neuseeland ist wirklich zauberhaft und ein großartiges Land zum Leben. Für uns hat sich alles so entwickelt, dass unsere Vorstellungkraft vorab überhaupt nicht positiv genug war um sich das schöne Leben ausmalen zu können, was wir nun führen.
Wenn Du also darüber nachdenkst nach Neusseland auszuwandern, sei es auch nur auf Zeit, kann ich persönlich nur sagen: Auf was wartest Du noch??? Pack Deine Koffer und los geht’s!!!
Um das allerdings noch ein wenig mit Informationen zu untermalen, werde ich Euch ein bisschen erzählen, warum wir Neuseeland so lieben.
1.    Was sofort auffällt, während man noch am Flughafen durch die ganzen Schalter läuft: Die Menschen hier sind freundlich, entspannt und lächeln einen fröhlich an. In Deutschland wurde ich fast täglich gefragt, warum ich denn so fröhlich sei und welche Drogen ich konsumiere, dass ich so ein positiver Mensch bin. Hier bin ich einfach ein fröhlicher Mensch unter vielen fröhlichen Menschen und werde von Fremden auf der Straße angelächelt und gegrüßt. Und nicht nur sind die Menschen hier fröhlich, sondern auch noch hilfsbereit. Bei jeder Gelegenheit, die eine Herausforderung hätte werden können wurde uns geholfen oder Hilfe angeboten, weshalb man sich niemals allein gefühlt hat und jede Herausforderung ganz schnell gemeistert wurde. Außerdem sind die Neuseeländer ein sehr entspanntes Völkchen. Das kann für uns Deutsche manchmal recht anstrengend sein, wenn wir frisch aus dem „fast-paced-ich-muss-alles-besser-und-schneller-machen-Land“ kommen, jedoch ist doch genau das, einer der Gründe warum man aus Deutschland weg möchte… ein entspannteres Leben mit entspannten Menschen. Man gewöhnt sich ziemlich schnell an die gemütliche Art und Weise, wie hier alles gehandhabt wird :)
2.     Vor der Jobsuche hatten wir etwas Respekt, denn viele negative Stimmen in Blogs und Kommentaren haben uns da etwas negativ gestimmt. Als es aber an die Jobsuche ging, waren wir ganz begeistert vom Unternehmergeist der Neuseeländer. Hier sind wir im Land der Selbständigen angekommen – es gibt viele kleine Firmen und die „Do it yourself“ Mentalität ist ganz groß. Es ist ziemlich leicht Jobs zu finden oder sich selbständig zu machen – durch die Umgebung hier fühlt man sich tatsächlich inspiriert selber etwas auf die Beine zu stellen. Das war für uns ein schönes Gefühl, da wir im Leben in der Phase sind, wo wir nach Studium und ein wenig Arbeitserfahrung etwas aufbauen wollen. Gut ausgebildete Menschen werden gebraucht und es ist einigermaßen leicht hier unterzukommen. Lass Dich auf keinen Fall von dem Mythos „Ohne Visum, kein Job – ohne Job kein Visum“ abschrecken. Es gibt immer einen Weg;)  Schau Dir einfach mal die Shortage Skill List an, vielleicht stehst Du ja drauf!
3.    Die Natur hier ist atemberaubend und und immer direkt um die Ecke – das macht es uns einfach von Naturgrünhörnern zu Naturmenschen zu mutieren. Es ist nie weit bis zum nächsten Strand, See, Berg oder was auch immer das Herz begehrt. Das Angebot von Outdooraktivitäten ist unendlich: von seichtem Vergnügen wie hiken auf perfekt angelegten Wanderwegen zu Hardcore Freaky Zeugs wie jede Extremsportart, die man sich nur ausdenken kann – und das alles ohne großartig darauf achten zu müssen an jeder Ecke einem unheimlich gefährlichen Tier zu begegnen (es gibt kaum giftige und gefährliche Tiere in Neuseeland. Es gibt drei sehr seltene, jedoch leider giftige Spinnenarten und ab und zu mal ne gemeine Qualle oder Haie im Meer).
4.    Die Mentalität – „Das tuts doch noch… warum sollte ich mir was Neues kaufen?!“ ist hier ziemlich verbreitet. Die Menschen hier sind nicht so Statussymbol geprägt wie wir Deutschen. Die Poser gibt es hier zwar auch, jedoch ist hier nicht wichtig, was Du hast, sondern wer Du bist. Es ist auch nicht wichtig, welchen Jobtitel Du hast, sondern ob Du ein toller freundlicher Mensch bist.
5.    Das Land ist super sauber! Es gibt zwar fast nirgendwo Mülleimer, jedoch akzeptieren die Menschen, dass sie Ihren Müll mitnehmen müssen und dann beim nächsten Mülleimer entsorgen müssen – Der Umwelt willen! So sind alle Strände, Wanderwege, Campingplätze super duper sauber.
6.    Das Wetter ist zwar kunterbunt, jedoch im Durchschnitt wärmer und sonniger als in Deutschland (zumindest hier in Auckland). Es ist immer gut abwechslungsreich – wenn man zu viel Sonne hatte, kommt mal eben schnell ne Regenphase und andersrum. Der Winter ist kurz und nicht mal sehr grau.
7.    Da die Ratio Mensch zu Land ziemlich gering ist, gibt es hier unendlich viel Platz. Auch in der größten Stadt Auckland, fühlt es sich nicht überfüllt an. Man braucht also selten Termine für Dinge wie Friseur, Arzt, Ämter, oder was auch immer… man geht einfach hin und kommt unendlich schnell dran.
8.    Es fühlt sich an, als wäre Neuseeland ein bisschen Hinterwäldlerisch – aber auf eine gemütliche und sympathische Art und Weise. Man bekommt so ziemlich alles, was es in der Welt gibt und was man braucht, jedoch fühlt es sich so an, als wären wir definitiv nicht vorne mit dabei.
9.    Die Kiwis legen Wert auf ihre Freizeit. Die Öffnungszeiten sind manchmal gewöhnungsbedürftig, wenn man aus dem 7/24 Paradies kommt und man zu jeder Zeit alles kaufen und machen kann. Das ist meiner Meinung nach aber eine wunderbare Qualität. Die Menschen machen um 17 Uhr Feierabend und dann gehts ab in die Freizeit. Wenn man will, kann man allerdings auch Arbeitstier sein ;)

Wenn Du jetzt denkst: „Und jetzt mal Budder bei di Fische-was ist denn eigentlich richtig nervig an Neuseeland?“ So richtig Nerviges gibt es hier nicht – ich möchte aber auch ehrlich sein und gebe zu, dass wir einfach die totalen Optimisten sind. Wenn ich mich jetzt allerdings mal in die Haut von Normaldenkermenschen hineinversetzen würde gäbe es vielleicht folgende Faktoren, die nicht dem Paradies entsprechen:
1.    die Häuser sind nicht isoliert, es gibt also zwei kalte Monate zu überleben. Der Winter erscheint mit seinen Minimaltemperaturen von 9 Grad (Aucklandregion) nicht allzu kalt. 9-16 Grad Celsius IM Haus sind allerdings tatsächlich nicht toll. Also immer schön die kleinen Heizöfen anschmeißen und die Stromrechnung nach oben treiben.
2.    Amerika färbt ganz schön ab. Eigentlich dachten wir Neuseeland sei sehr stark von England beeinflusst… als England Fans klang das ganz wunderbar. Tatsächlich finden wir aber viele Dinge wieder, die eher typisch amerikanisch sind. Deutlich wird das ganz arg in der Autokultur. Solage man ein Auto hat, kein Thema! Ohne Auto kann ich mir das Leben hier nicht vorstellen (schlechte bis nicht vorhandene öffentliche Anbindungen). In Auckland steht man daher fast dauerhaft im Stau. Die E-Bike Szene werkelt aber täglich daran die Stadt fahrradfreundlicher zu machen ;)
3.    Flourid im Wasser und generell nicht so tolles reines Waser aus dem Wasserhahn – warum auch immer Länder entschließen sowas zu tun. Wir sind kein Fan von zu viel Flouridkonsum und finden es nicht toll, dass überall Flourid drin ist. Wir haben uns für unser Haus daher einen Osmosefilter zugelegt.
4.    Hier gibt es ganz schön wenig „Kultur“. Wir Europäer sind ja absolut verwöhnt mit historischen Städten und Plätzen und das vermittelt mir immer ein gewisses wohliges Gefühl. Hier wirkt alles noch sehr neu und sporadisch – da vermisse ich oft mal die gemütlichen alten Städtchen.
5.    Man ist echt ganz schön weit weg – kann nicht mal eben so wie in Europa am Wochenende nach Hause reisen. Man verpasst einiges „Zuhause“ und kann bei vielen Dingen einfach nicht dabei sein. Weit weg sein und nicht alles mitbekommen kann allerdings auch wieder seine Vorteile haben ;)
Tadaa… das wars auch schon… 5 Punkte, die evtl. nicht so toll sein könnten… und allerdings noch in keinster Weise daran gehindert haben das Leben hier in vollsten Zügen zu genießen und zu lieben :)

Für uns war es also überhaupt kein Problem, dass wir „blind“ nach Neuseeland gegangen sind. Wir wurden sogar noch positiv überrascht und genießen alles was das Leben in Neuseeland so mit sich bringt und raten jedem, der darüber nachdenkt ein paar Jahre oder auch den Rest seines Lebens in Neuseeland zu verbringen, den Schritt einfach zu wagen – wer nicht wagt, der nicht gewinnt, nicht wahr?!

Solltet ihr Fragen zu expliziten Themen über Neuseeland haben, schreibt mir gerne eine Nachricht und ich versuche Euch weiter zu helfen.

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