Coromandel Magic

Das Leben ist gerade wieder so zauberhaft, dass ich gerade dabei bin mir abzugewöhnen in jedem schönen Moment und jeder wundervollen Ecke diesen dämlichen McDonalds Jingle zu singen – „Bada- ba- ba- baaaa – Ich liebe es“. Wir haben zur Zeit wieder Besuch und es ist ziemlich magical einen unserer Lieblingsmenschen hier zu haben.

Es geht nichts über tollen Besuch :) Vorallem, wenn das eigene Leben nebenbei ganz unkompliziert weiter laufen kann, da alles so wahnsinnig spontan und unkompliziert geplant wird :) Anders würde es bei uns auch momentan gar nicht richtig gehen, da Valle uuuuuunendlich viel arbeitet und ich zwar nicht ganz sooo viel wie der Valle… aber dennoch so viel, dass mir noch nicht mal aufgefallen ist, dass der letzte Blogeintrag schon wieder mehr als einen Monat her ist. Die Wochenenden haben wir uns nun gezielt freigenommen um uns immer an tollen Orten wieder zu treffen. Vor zwei Wochen waren wir im Liebelingsort Raglan und haben einfach gemütlich gesurft, Maren hat ihre ersten Surfversuche hinter sich gebracht und den Rest der Zeit haben wir unendlich lange bei schönstem Wetter in den entspannten Surfercafés abgehangen, uns allesamt Sonnenbrand zugezogen und einfach nur das wundervolle Leben genossen. Unter der Woche gehen Valle und ich wieder zurück in unseren Alltag, während Maren fröhlich mit unserem Campervan Rüdiger durch die Gegend reist.
Letztes Wochenende waren wir dann in Coromandel. Diesen Halbinselzipfel haben wir selber noch gar nicht so richtig erkundet und waren daher auch ganz neugierig, denn über Coromandel wird immer nur geschwärmt. Getroffen haben wir uns in Tauranga (ein Surfparadies, wo die Kids schon in der Schule surfen lernen als Sportunterricht – Valle war hochaus begeistert) und nach einem gemeinsamen Kaffee am Strand sind wir dann hoch in den Norden über endlose kurvige Gebirgstraßen zum Hotwater Beach gefahren. Dort kann man nämlich zu Ebbezeiten an einem kleinen Abschnitt zwischen bestimmten Felsen Löcher in den Sand buddeln und sich seine eigenen Heißwasserpools bauen. Das kommt zustande, da sich ca 2km unter der Erdoberfläche 170°C heiße Gesteinsschichten befinden, die noch Reste vulkanischer Aktivität von vor einer gaaaaanz schön langen Zeit sind.

Wir hatten natürlich die Nachmittagsebbe verpasst und so wurde uns gesagt die nächste Zeit an der man sich seinen Pool bauen kann sei 21Uhr bis 1Uhr morgens. Nachdem wir uns also zunächst erstmal mit Fish’n Chips gestärkt hatten sind wir bewaffnet mit einem Spaten, einer Flasche Rotwein, Kerzen und Decken an den Strand gegangen um auf die perfekte Zeit zu warten. Das Wetter war gar nicht so schön und es waren auch noch mindestens 2 Stunden hin aber wir dachten uns – eeegaaal… einfach mal schauen.

Mit einer Flasche Wein und warm eingepackt bekommt man 2 Stunden ja auch gut rum. Als es dann komplett dunkel war haben wir angefangen zu buddeln. Da waren wir vielleicht 6 Menschen am ganzen Strand und wir haben uns schon gefreut, da es tagsüber die reine Touristenattraktion ist und alles überfüllt ist. Wir haben ca eine Stunde mit Spaten, Händen und Füßen gebuddelt (die Wellen haben unser Werk immer wieder erfolgreich zerstört) und hatten dann so ziemlich den ersten selbstgebauten Heißwasserpool am Strand und haben ein wenig dieses witzige Naturphänomen genossen. Der Mond hat manchmal durch die Wolken durchgespinkst und alles in ein absolut verzaubertes silbernes Licht getaucht. Sowas hatten wir alle noch nicht erlebt – teilweise sind die Stellen richtig erschreckend heiß, sodass man beim buddeln richtig aufpassen muss oder wenn man zu lange an einer Stelle liegt man sich auch locker den Popo verbrennt. Wir hatten den größten Spaß und haben uns die ganze Zeit weggegiggelt und sahen alle aus wie Matschekinder.

Und dann kamen sie doch noch… die Menschenmassen! Wir dachten ja, dass die Leute Nachts eher keine Lust auf sowas haben, vorallem weil das Wetter auch nicht unbedingt toll war. Aber da hatten wir uns gewaltig geirrt. Wir haben unseren hart erarbeiteten Pool dann aufgegeben und jemand anders überlassen und sind in Handtücher eingewickelt, barfuß durch die Nacht getippelt (gutes Abhärtungstraining für die Füße) und sind noch so einigen zauberhaften Glühwürmchen begegnet.

Die heiße Dusche um den Sand aus allen Poren zu entfernen war ein reiner Segen und so sind wir dann ko und glücklich in den Campervan geklettert. Wir haben tatsächlich geschafft zu dritt in unserem lieben Rüdiger zu schlafen – eeeetwas eng… aber sowas von machbar :)

Palmsonntag haben wir dann erstmal gemütlich im Hot Waves Café mit einem ausgiebigem Frühstück eingeleitet und sind dann weiter nach Cathedral Cove. Zwar leider auch gar nicht so einsam… irgendwie auch klar, weil es einfach so schön ist, wollen da ja auch alle hin… aber das hat dem Zauber nichts abgetan. Die kleine Wanderung zu dem traumhaften Strandabschnitt, der einer Mischung aus irländischer Küstenlandschaft in der Karibik entspricht, sind wir gemütlich in Flipflops oder barfuß geschlendert. Der Regen hat den Boden so überschwemmt, dass unsere Füße eine richtig schöne Schlammkur gratis dau bekommen haben, jedoch war bei dem Spaziergang nur die Sonne zu sehen, und die Farben haben sich in aller Pracht von ihrer besten Seite gezeigt und so haben wir die wundervollen Ausblicken genossen. Am Strand sind wir dann noch ein paar Blue Bottle Quallen oder auch der sogenannten Portugiesische Galeere begegnet. Ich hatte letzte Woche zufällig noch etwas darüber gelesen und war gar nicht so erfreut, dass es die hier auch an den Stränden gibt. Solltet ihr also mal ein solches Wesen sehen… lasst eher die Finger davon ;)

Heute ging es dann wieder zurück in den Alltag für Valle und mich. Über Ostern wollen wir eventuell  gemeinsam den Hillary Trail angehen – jeee nachdem wie das Wetter sich so macht. Es wird nämlich tatsächlich langsam Herbst und somit weht schon eine kühlere Brise als sonst und der Regen tobt sich auch regelmäßig fröhlich wieder aus :)

Ich hoffe, bei euch ist es mittlerweile genau andersherum – der Frühling müsste ja so langsam aufwachen, oder? Habt ihr alle schon schöne Pläne für Ostern?

Viele Liebe Grüße

:)