Komfortzone und so…

Diese Woche hatte ich keine Trainings und so bin ich mit meiner Freundin Mahe auf einen kleinen Roadtrip gefahren. Wir wollten beide unbedingt mal das Tongariro Alpine Crossing (der beliebteste Wanderweg Neuseelands) machen und so sind wir am Dienstag vollgepackt mit Proviant und unseren wärmsten Klamotten (inklusive ausgeliehener Handschuhe von meiner Nachbarin (die nachher jedoch eher gedient haben um beim Autofahren mit kaputter Heizung nicht zu erfrieren) nach Taupo gefahren und haben an diesem wunderschönen Campingplatz direkt am Waikato River gecampt. Nach einer kurzen Nacht ging es dann am nächsten Morgen um 6h los nach Mangatepopo (@Lea: popo hehehe) und haben glücklicherweise ein Café gefunden, welches um 7h morgens schon Organic Porridge serviert :D gestärkt und bereit für meine ersten Bergerfahrungen, haben wir dann zum Glück noch zwei nette französische Anhalter auf dem Weg aufgegabelt, die uns auch auf der ganzen Tour begleitet haben. Da hatte ich wirklich Glück, denn einer der beiden war Bergführer und Kletterlehrer und dementsprechend fit und sicher in den Bergen. Zum Glück hat er mir ab und zu mal seine Hand gereicht um über gemeine und rutschige Stellen zu kommen :)

Nachdem ich mich im Vorhinein schlau gemacht hatte, was man so braucht und was auf mich zukommt dachte ich mir schon  – ooooh weeeehhh… das wird ne Herausforderung für mich! Niemals ein Bergkind gewesen  (geschweige denn fit), absolute Höhenangst uuuuuund immer die absolute Angstnase, sobald es mal irgendwo steil und uneben runtergeht :D Wenn ich das vergleichen sollte mit Komfortzonenabstand… Auswandern nach Neuseeland war so 2 Kilometer entfernt von meiner Komfortzone, in eine neue Jobumgebung und Profession starten so ca 5 Kilometer und das Alpine Crossing ist bestimmt so 20 Kilometer von meiner geliebten Komfortzone weg. Egal… Mahe meinte schon… wenn es zu viel wird drehen wir um und alles ist gut :)

Ausgestattet mit einem Firstaidkit, was aus Teebaumöl, Pflastern und Aspirin bestand und angezogen in tausend Klamottenlagen sind wir also losgewandert. Wir haben uns am Abend vorher schon schlapp gelacht, wie schlecht wir vorbereitet sind und gescherzt, dass wir wohl einfach einen Shamanentanz einlegen müssen, sobald sich einer das Bein bricht. Aber im Ernst… als wir die seichteren Gefilde nach 2 Stunden aufwärtslaufen verlassen haben und es bröckelig und verschneit und eisig wurde habe ich mich schon mit ausgeschlagenen Zähnen oder gebrochenem Bein gesehen. Nachdem mir eingefallen ist, dass man dann mit dem Helikopter gerettet wird, war das tatsächlich kurz eine angenehme Variante verglichen mit dem bevorstehenden Abstieg.

Aber jetzt mal beseite mit dem Mimosengezeter…. es war eine der heftigsten Erfahrungen (im positiven Sinne), die ich bisher in Neuseeland erlebt habe. So tolle Bergszenerien waren mir bisher unbekannt. Und wie schnell können Wolken bitteschön schweben? Innerhalb von Sekunden steht man im Nebel, wo vorher noch absoluter Sonnenschein war. Außerdem bin ich meega happy, dass ich es überhaupt geschafft habe und ganz ohne Unfall  (der war einem anderen Pechvogel gegönnt, der dann tatsächlich mit Helikopter angeholt wurde). Am Abend war ich zwar völlig zerstört… im Gegensatz zu Mahe… für die war das eher ein leichtes Tagesworkout und sie hat uns abends noch sicher nach Hause gefahren :D Aber es war soooo großartig. Wir hatten soo viel Spaß, haben uns fast non stop weggegiggelt und waren beide fast zu Tränen gerührt bei den Aussichten. Kennt ihr das Gefühl, dass grade alles pefekt ist und sobald man dann irgendwo in der beeindruckensten Kulisse steht, dass man überrollt wird von einer überwältigenden Freude, dass man platzen könnte? :D So in etwa ging es uns beiden. Das war also wirklich ein unbeschreiblich schöner Roadtrip. Leider war ich nicht so fotofleißig, da ich zu sehr mit laufen und atmen beschäftigt war :D Wer einen besseren Eindruck von der wunderschönen Gegend bekommen möchte, kann aber gerne auf youtube nach dem Tongariro Crossing suchen. Da gibt es bessere Eindrücke ;)

Sonst war die Woche gemütlich und verregnet. Ich habe unsere Nachbarin besser kennengelernt und wir waren am Freitagabend das erste mal in der City aus. Da war ein schöner französischer Abend, den wir mit Mahe, ihrer Schwester und noch weiteren (französischen) Leuten bei Ricard und Rotwein genossen haben.

Eine tolle Woche mit unvergesslichen Erlebnissen und viel französischem Touch.

Ich wünsche euch allen eine unvergesslich gute neue Woche ;) bis bald!

 

Unten... und weiter Oben... trotz 50er Sonnenschutz,Sonnenbrand eingefangen :D

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.